Damit wir klug werden…. Umkehr zum Leben!

Der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag in Stuttgart steht vor der Türe. Dort treffen sich vom 3. bis zum 7. Juni ca. 140.000 gläubige ChristInnen und Interessierte. In insgesamt 2.500 kleinen und großen Veranstaltungen stehen neben Glaubensfragen auch politische und gesellschaftliche Themen auf dem Programm (verteilt in der Stuttgarter Innenstadt sowie im Neckarpark und in Fellbach). Auch die Musik kommt nicht zu kurz, und viel kirchliche und politische Prominenz wird sich blicken lassen.

Der Deutsche Evangelische Kirchentag 2015 hat die Frage nach der Langfristigkeit unseres Handelns bereits in seiner Losung „damit wir klug werden“ angerissen (dies bezieht sich auf eine Aussage eines Psalm Davids – Ps. 90, 12. Vollständig lautet die Bibelstelle in der Lutherübersetzung: “Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden” ).

Otfried July, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, sagte im Vorfeld wie wichtg es sei, innezuhalten in der täglichen Routine, sich selbst und sein Handeln zu hinterfragen und “wieder neu klug zu werden”. Diese kommende Großveranstaltung beinhaltet somit die Chance, zu einer Besinnung und Neubestimmung der Gesellschaft beizutragen, die von einer breiten Schicht von verantwortungsvollen BürgerInnen getragen wird.

Deutscher Evangelischer Kirchentag
3. bis 7 Juni 2015, Stuttgart

Servicenummer: 0711 69949-100

 

In der Stuttgarter Friedenskirche wird ein “Schöpfungs-Gottesdienst” gefeiert am Donnerstag, 4.6.2015, 11-12 Uhr unter dem Leitmotiv: “Damit wir nachhaltig klug werden”. Predigen wird Renate Künast (MdB, Vorsitzende Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, Berlin).

Interessant zu erwähnen ist auch die Podienreihe “Globale Partnerschaft” z.B. mit dem Podium “Weltmeister oder Entwicklungsland – Deutschland und die globalen Nachhaltigkeitsziele“. (Programmdatenbank)

 

Nachhaltigkeit wird beim Kirchentag prämiert

Der Wettbewerb “KirchengemeindeN! – nachhaltig handeln, Schöpfung bewahren” will Nachhaltigkeits-Projekte in baden-württembergischen Gemeinden fördern. Beim Kirchentag werden insgesamt 35 Projekte prämiert, die sich durch nachhaltiges Denken, kluges Wirtschaften, ein respektvolles Miteinander und die Bewahrung der Schöpfung auszeichnen. Insgesamt werden Preise im Gesamtwert von 78.000 Euro vergeben.

“KirchengemeindeN! – nachhaltig handeln, Schöpfung bewahren” findet im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg statt und wird von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg (ACK) und den vier großen christlichen Kirchen getragen.

Die Initiative “KirchengemeindeN!” hat auch ihren Platz bei einer Austellung auf dem aktuellen Kirchentag im “Zentrum Mobilität, Energie, Ressourcden“, ganztägig von Donnerstag bis Samstag, in einer Zelthalle im Außenbereich “Cannstatter Wasen”.

Dort vertreten sind auch die “MachbarN!“, einige Aussteller, die dazu eingeladen haben, Nachhaltigkeit für den Alltag zu denken und selbst zu machen:

  • E-Mobility: Stand der Dinge, Perspektiven, Herausforderungen Zentrum für Entwicklungsbezogene Bildung, Ev. Landeskirche in Württemberg, Stuttgart
  • Expedition N – Nachhaltigkeit für Baden-Württemberg
    Baden-Württemberg Stiftung gGmbH
  • Carsharing: Gemeinschaftlich nachhaltig – individuell mobil
    Bundesverband CarSharing e.V., Berlin
  • Das starke Bündnis für den Klimaschutz!
    Klima-Allianz Deutschland
  • Im Parcours mit Elektrofahrrad, Lastenrad, Spaßrad …
    Fahrräder für Afrika und Lastenrad Stuttgart
  • Schuhputzaktion … über Schuhe, deren Produktion, Konsum
    BUNDjugend Baden-Württemberg
  • Haltestellen vokal/lokal gewürdigt – eine digitale Hörprobe
    FÜENF, Stuttgart
  • Zukunft Altbau
    KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH, Stuttgart
  • Geht doch! – Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit
    Trägerkreis des Ökum. Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit
  • Solar Energy for Africa
    Afrisolar
  • Klug und nachhaltig unterwegs: Mobilität der Zukunft
    Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten Ev. Kirche in Deutschland, Hannover
  • Klimafreundlich-Konkret im Alltag CO2 einsparen – KLiK
    Energieagentur Rems-Murr gGmbH
  • Umweltfreundlich einkaufen – mit Sonderaktion Papier schöpfen
    Der Blaue Engel – Umweltzeichen, Berlin
  • Agrarwende zum Mitmachen: Kampagnen und Alternativen erleben
    Aktion Agrar – Landwende jetzt, Verden/Aller
  • Waldmobil
    Ev. Stiftung Pflege Schönau
  • Lebendige Äcker: Was kostet die Natur unser “Täglich Brot”?
    Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, Stuttgart
  • Mural Comunitario – Partizipatives Wandbild zum Mitgestalten
    Brot für die Welt – Ev. Entwicklungsdienst, Berlin
  • Energiesparen in der Kirche – Tipps für die Praxis
    KirUm – Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement
  • Gemeinsam reparieren statt wegwerfen
    Repair Café Offenburg
  • Zukunft einkaufen – ökofaire Beschaffung in Kirchen
    Institut für Kirche und Gesellschaft, Ev. Kirche von Westfalen, Schwerte

Des weiteren gibt es zu den verschiedenen Themenbereichen jeweils einen “Markt der Möglichkeiten” in weiteren Zelthallen. Im Themenbereich 6 – Frieden, Nachhaltigkeit, Wirtschaft ist außerdem eine Vielfalt von Ausstellern vertreten zu den Aspekten:

  • FAIR HANDELN
  • Nachhaltig Wirtschaften
  • Umwelt, Ökologie, Tierschutz
  • Gewalt überwinden, Frieden schaffen
  • Gesundheit, Teilhabe, Selbsthilfe

Es ergibt sich insgesamt eine unüberschaubare Vielfalt von Querbeziehungen zwischen Themen “Gesellschaft und Bildung”, “Lebensführung und Zusammenleben”, “Globale Herausforderung” und den klassischen Kirchentagsthemenbereichen “Theologie und Spiritualität”, “Kirche und Gemeinde”.

Es ist zu hoffen, dass Christenmenschen und die Evangelischen Gemeinden in Deutschland diese Impulse aufgreifen und sich noch vermehrt an den Konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung von 1989 erinnern und sich den verschiedenen lokalen und globalen Akteuren anschließen, wie die Stiftung Ökumene und der Ökumenischen Rat der Kirchen, die sich für eine grundlegende Transformation zu einem zukunftsfähigen Miteinander weltweit einsetzen.

 

Ökumenischer Prozess für eine zukunftsfähige, sozial und klimagerechte Welt

Der Ökumenische Prozess “Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten” wird von 31 Kirchen, kirchlichen Werken, Diensten und Organisationen getragen. Inspiriert von der Vorstellung, was ein Leben in Fülle für alle (Joh. 10, 10) heute bedeuten würde und angesichts zahlreicher globaler Herausforderungen braucht, setzen sich christliche Gemeinschaften ein für eine bewusste “Umkehr zum Leben“. Unser bisheriges Entwicklungs- und Wirtschaftsmodell, welches auf ständiges Wirtschaftswachstum setzt, ist kaum noch zukunftsfähig: Während der Klimawandel beängstigend fortschreitet, wird die Ressourcenknappheit spürbarer. Ernährungs- und Finanzkrisen sind weltweit noch nicht überwunden und soziale Ungleichheit nimmt zu.

Daher ist eine tiefgreifende Transformation unserer Lebens- und Wirtschaftsweisen erforderlich. Der notwendige Umbau umfasst soziale, ökonomische, ökologische, politische und kulturelle Dimensionen. Die erforderlichen Veränderungen bezeichnet der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) daher als Große Transformation. Der Ökumenische Prozess greift diese Debatte auf und setzt sich mit der Großen Transformation zur Nachhaltigkeit auseinander.

Umkehr zum Leben –
den Wandel gestalten

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