Hoffnung durch Permakultur

Ein Vortrag über Selbsthilfe in Afrika und Engagement für eine nachhaltige Entwicklung weltweit unter dem Motto “Join the real food revolution” findet am 26. August in Freiburg statt.

Philip Munyasia, 32, Gründer des Projektes OTEPIC in Kenia wird seine Arbeit mit Video und Dias präsentieren und insbesondere auf die neuesten Entwicklungen eingehen, denn seit einem Jahr ensteht ein Öko-Friedensdorf als vorbildliches Modell für soziale und ökologische Nachhaltigkeit.

Mittwoch, 26. August 2015 | 19:30 h
Universität Freiburg | KG I, HS 1098

Aufgewachsen unter ärmsten Bedingungen in einem Slum in Kitale (Kenia) als jüngster von acht Brüdern, erhielt Philip Munyasia die Chance auf eine Ausbildung. Er entschied sich, im Land zu bleiben und alles zu tun, um die Lebensbedingungen seiner Stadt und der Natur zu verbessern. Die von ihm 2008 ins Leben gerufene Selbsthilfe- und Graswurzel-Bildungsinitiative OTEPIC hat zwischenzeitlich tausenden von Kleinbauern und -bäuerinnen, Frauen und Jugendlichen gezeigt, wie sie ihre Nahrung auf kleinstem Raum anbauen, Regenwasser nutzen, mit Solarenergie kochen und die ursprünglichen Wälder wieder aufforsten können. Wie sie dazu beitragen können, Stammeskonflikte beizulegen und nachhaltig mit Saatgut, Wasser, Kompost, Energie und als Menschen miteinander umzugehen.

Die Geschichte von  Philip Munyasia und der Organisation OTEPIC zeigt, was ein einzelner anstoßen kann, um zusammen mit anderen MitstreiterInnen seine Umgebung maßgeblich zu beeinflussen und verbessern.

Auf seiner diesjährigen Rundreise durch Europa ist Philip Munyasia wieder in Freiburg zu Gast – jetzt bereits zum vierten Mal, was zu einem intensiven Austausch sowie einem kontinuierlichen Teilen von Erfahrungen führt und eine gemeinsame Weiterentwicklung von Ideen, Zukunftsplänen und Visionen ermöglicht.

Die Veranstaltung wird von einem breiten Bündnis von Freiburger Gruppen und Vereinen durchgeführt.

U.a. durch Permakultur Dreisamtal, Transition Town Freiburg, Eine Welt Forum Freiburg, fesa e.V., Die Agronauten, Kulturforum Freiburg, Informationszentrum 3. Welt – iz3w, Süd Nord Forum, Umweltreferat der Studierendenvertretung der Uni Freiburg, Regenwaldinstitut Freiburg, Lernort Kunzenhof, BUND – Ortsgruppe Freiburg, Attac Freiburg, Weltladen Herdern, Lebensgarten Dreisamtal, Gemeinwohl-Ökonomie Freiburg, Kipepeo – Förderverein Kenia, Ingenieure ohne Grenzen – Regionalgruppe Freiburg, Menschenrechte 3000, GartenCoop Freiburg.

Die Durchführung der Veranstaltung wird gefördert durch den Katholischen Fonds, das Agenda 21-Büro der Stadt Freiburg sowie durch Engagement Global aus Mitteln des BMZ.

  • Der Eintritt ist frei – mit Bitte um Spenden zu Gunsten von OTEPIC!
  • Vortragssprache ist Englich, wird aber auf Deutsch übersetzt.
  • Am Nachmittag findet ein Fachgespräch mit Philip Munyasia statt am Mittwoch, 26. August, um 17 Uhr in den Räumen des Eine Welt Forums, Wilhelmstraße 24 a, 2. Stock.
  • Mehr Informationen bei Dagmar Große: info{ät}ewf-freiburg.de

 

Permakultur ist ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen zielt. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, ist sie inzwischen ein Denkprinzip, das auch Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen umfasst.

 

Definition der Permakultur nach Bill Mollison

„Permakultur ist das bewusste Design sowie die Unterhaltung von landwirtschaftlich produktiven Ökosystemen, die die Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeitvon natürlichen Ökosystemen besitzen. Die Philosophie hinter Permakultur ist eine Philosophie, die mit und nicht gegen die Natur arbeitet, eine Philosophie, der fortlaufenden und überlegten Observation und nicht der fortlaufenden und gedankenlosen Aktion; sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen, und sie erlaubt Systemen, ihre eigenen Evolutionen zu demonstrieren.“

Aus der Beobachtung von Ökosystemen leitete Bill Mollison folgende Gestaltungsgrundsätze ab:

1. Multiple Elements Jede Funktion des Systems wird von mehreren Elementen erzeugt.
2. Multiple Functions Jedes Element des Systems hat mehrere Funktionen.
3. Zones Zonierung der einzelnen Systembereiche nach Nutzungsintensität.
4. Natural Succession Berücksichtigung der natürlichen Entwicklung eines Elementes bzw. des Systems.
5. Optimize Edges Optimierung der Randzonen als besonders aktive Bereiche des Systems.
6. Relative Location Der relative Aufenthaltsort (Nische) eines Elements innerhalb des Systems.
7. Elevational Planning Systementwicklung durch aufeinander aufbauende Elemente.
8. Energy Recycling Wiederverwendung von Energien und Stoffen innerhalb des Systems.
9. Natural Ressources Nutzung der natürlichen Ressourcen eines Systems.
10. Sectors Identifizierung und Nutzung der von außen auf das System wirkenden Einflüsse (Sektoren).
11. Patterns Verwendung von Entwurfsmustern zur Strukturierung des Systems.
12. Diversity Schaffung einer großen Vielfalt von Elementen innerhalb des Systems.

Permakultur-Info: Projekte in Deutschland und weltweit

Materialien bei Freiburg im Wandel zum Spektrum “Alternative Gemeinschaftsformen”

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