Politik der Zukunftsfähigkeit – Gelingt die Nachhaltigkeitswende?

Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Praxis und wie verändert sie unsere Gesellschaft? Es wird viel geredet vom Ende des grenzenlosen Wachstums, von der dringend gebotenen Befreiung vom Wohlstandsballast, von einer Politik der Nachhaltigkeit. Doch was heißt das für die Praxis? Was kann Politik Entscheidendes beitragen?

Der ehemalige Politiker und Volkswirtschaftler Reinhard Loske hat gerade auch angesichts der Klimakonferenz in Paris ein brandaktuelles Buch herausgebracht mit dem Titel “Politik der Nachhaltigkeit“, erschienen am 26.11.2015.

Professor Loske verfügt über das theoretische und praktische Wissen, um Anregungen zu geben für ein neues Denken, das sich dem Nachhaltigkeitsideal verpflichtet fühlt und politisch tatsächlich umgesetzt werden kann. Er bespricht anschaulich, welche politischen Reformen notwendig sind. Als sehr wichtig erachtet Loske neue Formen kooperativen Wirtschaftens sowie Verknüpfungen der Ökologiefrage mit Fragen der Freiheit und Gerechtigkeit.

Denn die großen Krisen unserer Zeit sind sehr eng miteinander verbunden. Die Notwendigkeit, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit weiter zu entwickeln, wird immer größer. Klimawandel, Biodiversität, Energiewende, Ressourcenschutz, aber auch die globale Gerechtigkeit, das alles sind Themen, die zunehmend ins Zentrum der politischen Debatte rücken. Dabei spielen Fragen der Technologieentwicklung und des wirtschaftlichen Strukturwandels eine ebenso große Rolle wie der Kulturwandel und die Entwicklung nachhaltiger Lebensstile. Beispiele hierfür sind sozial-ökologisch motivierte Innovationen wie Share Economy, Do it yourself, Do it together, Social Entrepreneurship, Collaborative Consumption, Commoning, Social and Ethical Banking, Zero Waste Economy, Solar Economy etc. – Diese müssten aus der „Nische“ in den „Mainstream“ hineinwachsen können, ohne dabei ihren gesellschaftlichen Charakter zu verlieren.

Reinhard Loske ist Professor für Politik, Nachhaltigkeit und Transformationsdynamik an der Universität Witten/Herdecke. Seine Fachgebiete sind

  • Internationale Klima-, Energie- und Biodiversitiätspolitik
  • Nachhaltigkeit in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit
  • „Degrowth” und „Green Growth” in der internationalen Politik

Zuvor machte er sich einen Namen durch seine Forschungsarbeiten am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (1992–1998) und am Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (1990–1991). Er war Mitglied des Deutschen Bundestages (1998–2007) und dort unter anderem stellvertretender Fraktionsvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen. Von 2007 bis 2011 war er Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa der Freien Hansestadt Bremen.

Das Umschlagsbild seines neuesten Buches ziert das Bild eines griechischen Versammlungsplatzes, einer “Agora”. Warum das? In der Online-Enzyklopädie Wikipedia liest sich: “Die Agora (altgriechisch ἀγορά) war im antiken Griechenland der zentrale Fest-, Versammlungs- und Marktplatz einer Stadt. Sie war aber zugleich auch eine bedeutende gesellschaftliche Institution und als solche ein kennzeichnendes Merkmal der griechischen Polis. Als wichtiger Kultplatz war sie der Veranstaltungsort vieler für die Ausbildung einer gemeinsamen Identität entscheidender religiöser Feste mit gymnischen und musischen Agonen. Als Ort der Volks- und Gerichtsversammlungen kam ihr eine herausragende Rolle für das geordnete Zusammenleben in einer Gemeinschaft zu.”

Ob Politik, Kultur, Wissenschaft und Religion, die ganze Gesellschaft ist aufgefordert die Frage zu beantworten “Welche Werte wollen wir?“.

Anschrift des Autors
Prof. Dr. Reinhard Loske

Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale
Universitätsprofessur für Politik, Nachhaltigkeit und Transformationsdynamik
Universität Witten/Herdecke
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten
Tel.: +49 (0)2302 / 926-817
Fax: +49 (0)2302 / 926-813
E-Mail: Reinhard.Loske@uni-wh.de

 

»Wir brauchen Zukunftsbilder, um unsere Handlungsspielräume zu kennen.
So haben wir die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihres Fachs
gebeten, konkrete Utopien zu entwerfen, die uns Mut zum guten Leben machen.«
Harald Welzer und Klaus Wiegand (Forum für Verantwortung)

 

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