2017 will unser Engagement, aber verstärkt

Viele Menschen in Freiburg sind begeistert von der Idee eines Haus des Engagements in zentraler Lage. Die letzten Wochen haben eindrucksvoll gezeigt, wie verbunden alle FreiburgerInnen mit ihrem Bürgeramt sind. Selten zuvor hatte das weitere Schicksal eines Hauses mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erzeugt. Tägliche Presseberichte, hunderte Leserbriefe und Unterstützerschreiben, 82 Mitglieder und eine eindrucksvolle Zahl an arrivierten UnterstützerInnen sind eindrucksvolle Belege dafür, wie groß der Wunsch in Freiburg ist, hier das Haus des Engagements zu installieren:  Sozusagen “Ein öffentliches Haus 2.0” (Flyer).

Foto: Felix Groteloh

Bei seiner Veranstaltung “Come Together” am 14. Januar füllte das Thema die Johanneskirche und die Genossenschaft präsentierte der Schar der Anwesenden den aktuellen Stand. Viele Initiativen sprachen ihre Unterstützung aus, begleitet wurde der Tag vom Gospel Chor Never Give Up. Einige Foto-Impressionen dazu gibts hier (sowie Video-Impressionen ).

Mit dem zukunftsweisenden Projekt vom Haus des Engagements in der Basler Straße 2 würde Freiburgerinnen und Freiburgern vermehrt die Möglichkeit geboten, sich in jedweder Form für das Gemeinwohl vor Ort zu engagieren. Hier kann ein Zentrum entstehen, in dem Menschen dazu eingeladen werden ihre soziale, kulturelle und politische Umgebung aktiv mitzugestalten. So ein Projekt fördert politische Willensbildung und Interesse an Demokratie, Gestaltung Freiburgs aus der Bevölkerung, ganz konkret und zielgerichtet.

Foto: Felix Groteloh

Das Interesse von Gemeinderätinnen auf Augenhöhe mit Bürgerinnen Argumente auszutauschen war bislang in den meisten Fällen leider einseitig. Daher hier nochmals eine Würdigung der guten Argumente für das Haus des Engagements (HdE).

Vorab gesagt: Es geht dabei weder darum, Dankbarkeit gegenüber dem Studierendenwerk vermissen zu lassen, und schon gar nicht um mögliche Profite für gewerbliche Bieter. Auch die Forderung der Grünen nach Rechtssicherheit ist, gemessen an den Möglichkeiten des HdE mindestens nachrangig. Gibt es doch Verwaltungsrechtler, die die Vorgänge als nicht haltbar bezeichnen. Wer genau hinschaut, kann schwer den Eigennutz übersehen.

Die Ausschreibung sagt klar und deutlich, man habe die Möglichkeit unabhängig vom Ranking zu beschließen: „Die Stadt Freiburg behält sich die volle Entscheidungsfreiheit vor, ob, an wen und zu welchen Bedingungen das Grundstück veräußert wird (Seite 16)“. Jedes Mitglied des Gemeinderates kann daher ihren oder seinen Ermessensspielraum en nutzund muss sich persönlich auch nicht einem Fraktionszwang unterwerfen.

Für viele BürgerInnen birgt es nichts weniger, als die Hoffnung, ein Zeichen für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu setzen. Indem dauerhaft eine Kultur der Offenheit, Solidarität und des Engagements gelebt wird.

Eine solche historische Chance sollte nicht aus Zeitdruck, oder mangelnder Prüfung für Alternativen geopfert werden. Für das Studentenwerk bieten sich dagegen mehrere Alternativen (z.B. Karlskaserne, Bahnhofsachse, Institutsviertel) und für gewerbliche Kaufinteressenten sowieso. 

Das sind die Fakten:

1. Objektgröße – günstiger Kaufpreis

Unter anderem bedingt durch die Größe des Gebäudes von 4.400qm resultiert ein im Verhältnis günstiger qm-Preis, den die gemeinnützige Genossenschaft an die künftigen Nutzer weiter zu geben gedenken.

2. Sachverständig geprüft 

Foto: Felix Groteloh

Es liegen vor:

3. Breite Unterstützung und großer Wunsch in der Bevölkerung

82 Mitglieder + ca. 100 Unterstützer

4. Entscheidungsfreiheit des Gemeinderats

Der GR ist unabhängig vom Ergebnis der zweifelhaften formalen Bewertung in seiner Entscheidung frei – juristisch geprüft.

5. Alternativen für das Studierendenwerk

wurden weder von der Stadt, dem Studierendenwerk, noch vom Gemeinderat in Betracht gezogen.

6. Resümee 

Foto: Felix Groteloh

Der Gemeinderat hat in dieser Fragestellung mehr als nur eine Objekt-Frage abzuhandeln, nein er kann in sensibler Weise Zukunft gestalten und sollte sich beherzt für das erste Haus des Engagements entscheiden, in und für Freiburg! Jetzt gilt es nicht nur Sonntagsreden zu halten – der Aufbau einer tatsächlich fortschrittlichen Gesellschaft erfordert Mut und Anerkennung von ehrenamtlicher Initiative. Da stimmt es hoffnungsvoll, wenn in der gleichen Gemeinderatsitzung das Thema “Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagement” und auch die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt ansteht. Nur wie peinlich beschämend würde es sein, wenn sich herausstellte, dass den Damen und Herren eine echte Auseinandersetzung und diesbezüglichen positiven Einsatz vermissen ließen.

Bisherige Artikel in der Badischen Zeitung:

 www.haus-des-engagements.de

 

 

 

This entry was posted in Allgemein, Freiburg im Wandel and tagged , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.